Hochkonzentriert und voller Freude: Die Arbeit der Geländesuchhunde

von | 7. Oktober 2025 | Arbeitende Hunde

Ein wunderschöner Frühlingsabend in der Natur, ein kühler Wind, hochmotivierte Hunde und ein spannender Einblick in ihre Arbeit als Geländesuchhunde: Ich durfte im vergangenen Frühling ein Training der Geländesuchhunde der Alpinen Rettung Bern besuchen. Karin und ihr Team zeigten und erklärten mir einiges über die wertvolle Arbeit in der Geländesuche. In diesem Beitrag nehme ich dich mit hinter die Kulissen des Trainings, das mehr ist als nur Beschäftigung: Es ist Lebensretter-Ausbildung – mit Herz, Verstand und unermüdlichen Spürnasen. Diese Fotosession mit den Geländesuchhunden war Teil meines Fotoprojekts über arbeitende Hunde.

Sonnenstrahlen begleiteten uns an diesem Frühlingsabend, jedoch wehte auch ein kühler Wind über die Wiese. Die Hunde der Alpinen Rettung Bern, welche beim Training anwesend waren, waren hoch motiviert und kooperierten vorbildlich mit ihren Hundeführerinnen und Hundeführern. Was für mich anfänglich wie ein Spiel aussieht (und für die Hunde auch als Spiel wahrgenommen wird), ist harte Arbeit und im Ernstfall für Betroffene eine grosse Hoffnung.

Was sind Geländesuchhunde?

Geländesuchhunde sind speziell ausgebildet, um vermisste Menschen in unübersichtlichem, schwer zugänglichem Gelände aufzuspüren. Sie folgen keiner einzelnen Spur, sondern suchen frei laufend nach menschlichem Geruch. Sie kommen zum Einsatz, wenn Personen – zum Beispiel Jäger, Pilzsammler, Wanderer oder Jogger vermisst werden – oft zählt in solchen Situationen jede Minute. Die Mensch-Hund-Teams arbeiten oftmals ehrenamtlich.
Einerseits müssen die Hundeführer im Bereich der Alpinen Rettung ausgebildet sein – und auf der anderen Seite absolviert auch der Hund verschiedene Stufen der Ausbildung. Karin erzählte mir, dass die Hunde einen Eintrittstest bestehen müssen, es dann verschiedene Kurse gibt, bei denen die Übungen immer komplexer werden. Sie verglich es mit einem Puzzle: Das Mensch-Hund-Team erarbeitet gemeinsam die verschiedenen Teile, am Ende wird alles zusammengesetzt. Nachdem die Grundausbildung abgeschlossen ist, erlangen die Hunde ihre Einsatzfähigkeit in einem Test – das ist für die Teams immer ein besonderer Meilenstein.

Meine Eindrücke aus dem Training

Beim Trainingsplatz angekommen, durften die Hunde als erstes aus dem Auto aussteigen und sich kurz lösen, ein bisschen schnüffeln, die anderen begrüssen, bevor es dann an die Arbeit ging. Karin und die restlichen 8 Hundeführer/innen teilten sich in zwei Gruppen auf und jeder gab bekannt, welche Übung er/sie heute machen wollte. In der Gruppe gibt es Hunde, die noch ganz am Anfang der Ausbildung stehen und solche, die die Einsatzfähigkeit schon erlangt hatten, daher waren auch die Übungen sehr unterschiedlich.

Hund steigt aus Auto aus
Suchhund rennt

Mit Würstchen als Motivation

Eine eher einfachere Übung war die sogenannte „Würstchenübung“. Der Hundehalter schickte den Hund los zu einer weiteren Person, diese gab dem Hund jeweils Wurststückchen. Das Ziel dieser Übung war, dass der Hund merkt, dass die Drittperson „toll ist“ – dass es sich lohnt, vom Hundeführer wegzugehen und zu einer anderen Person zu rennen. Die Hunde lieben die Belohnung in Form von Würstchen – dies ist für sie eine grosse Motivation bei der Arbeit! Sobald das Würstchen bei der Drittperson gegessen war, rannte der Hund wieder zu seinem Hundeführer zurück.

Mit dem Bringsel vermisste Personen oder Gegenstände anzeigen

Die fortgeschrittenen Hunde wurden von ihren Hundeführern losgeschickt, um eine Person oder einen Gegenstand zu finden. Sie suchten das Gelände zum Beispiel von unten nach oben ab. Sobald sie eine Person oder den Gegenstand gefunden hatten, schnappten sie sich das Bringsel, welches an ihrem Halsband befestigt war und rannten damit zum Hundeführer. Der Hundeführer konnte dadurch erkennen, dass der Hund fündig geworden war, entfernte das Bringsel und der Hund führte seinen Menschen zur gefundenen Person oder zum gefundenen Gegenstand. Dort legte sich der Hund hin und wartete, bis der Hundeführer auch eingetroffen war. Auch bei dieser Übung bekamen die Hunde eine leckere Belohnung in Form von Würstchen. Für die Hunde ist diese Belohnung ein echtes Highlight – sie sehen die Suche dadurch als spannendes Spiel und machen begeistert mit.

Labrador bringt Bringsel
Labrador bringt Bringsel
Hund und Hundeführer finden vermisste Person

Diese Übung hat mich sehr beeindruckt – so haben die Hunde das Bringsel selbstständig in den Fang genommen und sind damit zum Hundehalter gerannt. Zudem wurde auch noch einmal sehr deutlich klar, dass die vermisste Person den Hund laufen lassen muss, wenn sie gefunden wird, ansonsten hat der Hundehalter keine Chance, ebenfalls zur Person zu gelangen. Dass der Hund dies alles eigenständig erledigt, hat mich fasziniert.

Hund nimmt Bringsel
Suchhund und Hundeführerin
Labrador findet Rucksack
Dekoration, Deko, Element, Punkte, grün, Natur, Wald, Wiese

Von der Übung zum Ernsteinsatz

Ernstfälle sind für Karin und ihr Team zum Glück nicht an der Tagesordnung – und doch kommt es ab und zu vor, dass der Alarm losgeht. Die Alpinen Rettungskräfte erhalten von der Rega via Smartphone-App den Alarm. Wer mit seinem Hund für den Einsatz zur Verfügung steht, meldet sich und wird dann offiziell aufgeboten. Normalerweise ergänzen zwei Mensch-Hund-Teams die restlichen Einsatzkräfte und die Suchgebiete werden zugeteilt. Karin betonte: Jeder Einsatz ist anders! In erster Linie macht man die Arbeit mit dem Hund für sich – weil man Spass daran hat. Der zweite grosse Motivationspunkt – und das ist gleichzeitig auch der grosse Mehrwert für unsere Gesellschaft: Im Ernstfall kann man den Angehörigen Gewissheit bringen. Unabhängig davon, in welchem Zustand eine vermisste Person gefunden wird: Für Angehörige kann Ungewissheit zur riesengrossen Qual werden und die Geländesuchhunde und ihre Hundehalter können dank ihrer wertvollen Arbeit für Gewissheit sorgen. Und im besten Fall wird eine vermisste Person wohlauf gefunden.

Ernsteinsätze können für die Einsatzkräfte emotional belastend sein – Karin betonte, dass es wichtig sei, dass man sich im Team gegenseitig unterstützt und sich Hilfe holt, um allenfalls traumatische Erlebnisse zu verarbeiten.

Was gefällt Karin an der Arbeit mit Geländesuchhunden?

In der Ausbildung und im Training sind es die speziellen Meilensteine, die sie zusammen mit ihren Hunden erreicht hat: Bestandener Eintrittstest, erfolgreich absolvierte Kurse, das Erlangen der Einsatzfähigkeit… aber auch die Tatsache, dass sich beispielsweise ihre Hündin Yumi bereits zu Hause freut, wenn Karin alles bereit macht für die Geländesuche: Das Schneiden der Würstchen, das Bereitlegen des Alpinmaterials, das Packen von Bringsel und Schabracke für Yumi: Da steigen die Aufregung und die Vorfreude – Karin sagte, dass sie richtiggehend merke, wie motiviert und erfreut Yumi sei. Durch die tolle Belohnung betrachtet Yumi die Arbeit als Spiel und sie ist mit voller Begeisterung dabei. 

Hundeführerin mit zwei Hunden
Dekoration, Deko, Element, Punkte, grün, Natur, Wald, Wiese

Mein Fazit

Der Einblick in die Welt der Geländesuchhunde hat mich sehr beeindruckt. Die enge Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund, die Konzentration, der Einsatzwille – all das hat mir gezeigt, wie besonders diese Teams sind. Auch die Arbeit im Team war sehr berührend: Eine solche Arbeit kann nur erbracht werden, wenn alle Beteiligten – Mensch und Hund – ihren Teil dazu beitragen! Es war ein berührendes Erlebnis voller Respekt und Staunen.

Zwei Hundeführer mit Belohnung für den Hund
Dekoration, Deko, Element, Punkte, grün, Natur, Wald, Wiese

Fotoprojekt über arbeitende Hunde

Ich stelle Hunde mit einem Job in den Fokus und begleite sie bei ihrer Arbeit – sei es bei der Jagd, im Rettungseinsatz, als Therapiehund oder in vielen weiteren spannenden Bereichen. Ich möchte mit dem Projekt zeigen, wie vielfältig, verantwortungsvoll und beeindruckend die Aufgaben sind, die Hunde gemeinsam mit ihren Menschen erfüllen.

Du möchtest mehr über das Projekt erfahren oder kennst jemanden mit einem arbeitenden Hund, den ich unbedingt kennenlernen sollte?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Frau sitzt mit Hund im Gras

Mehr als nur Fotos: Warum eine Fotosession ein echtes Erlebnis ist

Eine Fotosession ist mehr als ein Termin. Es ist Zeit, die du bewusst mit deinem Hund verbringst. In diesem Artikel erzähle ich dir, warum viele meiner Kundinnen und Kunden von einem Erlebnis sprechen und nicht nur von Bildern.Deine persönliche Auszeit Im Alltag geht...
Zwei Hunde sitzen im Gras

Wald, Wiese und zwei Hundepersönlichkeiten – die Fotosession mit Mojo und Loan

Im letzten Frühling durfte ich Karin, Daniel und ihre beiden Hunde Mojo und Loan fotografieren. Zwei Hunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und genau das macht eine Fotosession so spannend: Jede Persönlichkeit darf so sein, wie sie ist. In diesem...
Spaziergang mit Assistenzhund

Assistenzhund Aaron: Ein Hund, der Halt gibt

Wenn man Jessy und ihrem Hund Aaron begegnet, spürt man sofort diese besondere Verbindung zwischen ihnen - ruhig, vertraut, tief. Aaron ist kein "gewöhnlicher" Hund. Er ist ein Assistenzhund - und für Jessy weit mehr als das: Er ist ihr Anker im Alltag, ihre...
Frau und Hund vor dem Sonnenuntergang

Silhouetten-Zauber auf dem Chasseral

Der Chasseral ist für mich ein ganz besonderer Ort, um Silhouettenbilder zu machen – und im letzten Juli durfte ich dort Caroline, Simon und ihre Herdenschutzhündin Eela fotografieren. Schon beim ersten Hallo spürte ich: Das wird ein entspannter, schöner Abend. In...
Zwei Berner Sennenhunde

Ein Frühlingsabend mit Lotti & Naduah: Zwei Berner Sennenhunde vor meiner Kamera

Es war einer dieser Abende, an denen die Sonne die Wiesen langsam in ein warmes Licht getaucht hatte und wir eine wunderschöne Fotosession geniessen durften! Eva und Martin kamen im vergangenen Frühling mit ihren beiden Berner Sennenhündinnen Lotti und Naduah zur...
Frau mit Dackel im Wald

Ein Frühlingsmorgen mit Rebecca und Tabaluga

Im letzten Frühling durfte ich Rebecca und ihren Langhaardackel Tabaluga fotografieren – die beiden hatten bei einer Gewinnspielkampagne vom Treuhundbüro, dogadore.ch und mir gewonnen. Und was soll ich sagen? Diese Fotosession war einfach unvergesslich - deshalb gebe...
Hund findet Bettwanzen

Bettwanzenspürhunde – Wie sie uns vor ungebetenen Gästen schützen

Manchmal sind es leise Einsätze, die eine grosse Wirkung haben. In diesem Artikel nehme ich dich mit in die Welt der faszinierenden Hundenasen. Bei meinem Besuch bei Caro Höfer und ihren Bettwanzenspürhunden durfte ich erleben, wie präzise Teamarbeit, Vertrauen und...
Hund im Schilf

Motto-Monate 2026

Ich freue mich riesig, dir heute eine wunderbare Neuigkeit mitzuteilen: Die Motto-Monate gehen auch 2026 weiter! Diese Aktion wurde in den vergangenen zwei Jahren unglaublich gut angenommen. Viele Hundehalterinnen und Hundehalter haben die Chance genutzt, eine...
Frau mit Kamera

Das war mein Jahr 2025 – ein Rückblick

Im heutigen Blogartikel folgt ein persönlicher Jahresrückblick auf das bald zu Ende gehende 2025. Du erfährst, was meine Highlights waren, was ich gelernt habe und auch was mich bewegt hat. Gerne nehme ich dich mit auf diese Reise in meine Gedankenwelt und lasse dich...
Fotografin bei der Arbeit

Was bei einer Fotosession mit Hund wirklich passiert

Viele meiner Kundinnen und Kunden sind vor ihrer ersten Fotosession ein bisschen nervös. "Was, wenn mein Hund nicht stillhält oder mitmacht?" - "Was, wenn er einfach davonläuft?" - "Was, wenn gar kein schönes Bild entsteht?" Die gute Nachricht zuerst: Das passiert so...
Hundefotografie Schweiz
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.